Tech­ni­sches Was­ser nach Norm

ÖNORM H 5195–1

Tech­ni­sches Was­ser muss in sei­nen che­mi­schen und phy­si­ka­li­schen Eigen­schaf­ten tech­ni­schen Nor­men von Her­stel­lern, Inge­nieu­ren und Fach­ver­bän­den entsprechen.

Nor­men

  • erhö­hen die Ver­füg­bar­keit von Bauteilen
  • sen­ken Produktionskosten
  • stei­gern die Energieeffizienz
  • erlau­ben Garan­tie­an­spruch und Verbraucherschutz.
ÖSTERREICH (ÖNORM H 5195–1)
Hei­zungs­was­ser nach ÖNORM H 5195–1 des Aus­tri­an Stan­dards Institute.
Die­se ÖNORM legt Anfor­de­run­gen an die Pla­nung, die Errich­tung und den Betrieb zur Ver­hü­tung von Kor­ro­si­ons­schä­den, Stein­bil­dung und Abla­ge­run­gen in geschlos­se­nen Warm­was­ser-Hei­zungs­an­la­gen mit Betriebs­tem­pe­ra­tu­ren bis 100 °C fest.

Sie ist pri­mär für neu zu errich­ten­de Anla­gen anzuwenden

Ver­ant­wor­tung

Das Was­ser muss durch den Instal­la­teur vor dem Fül­len der Anla­ge auf sei­ne Eig­nung hin ana­ly­siert werden.

Der Betrei­ber einer Hei­zungs­an­la­ge bis 5000 Liter Was­ser­in­halt hat das Hei­zungs­was­ser alle zwei Jah­re, über 5000 Liter Was­ser­in­halt min­des­tens ein­mal jähr­lich über­prü­fen zu lassen.

Wer­te

Die ÖNORM H 5195–1 setzt den Grenz­wert für die Här­te des Füll­was­sers in Abhän­gig­keit von Was­ser­in­halt und Art des Wär­me­er­zeu­gers der Hei­zungs­an­la­ge. Da auch für die Chlo­ri­de ein maxi­ma­ler Grenz­wert von < 30 mg/l gilt, kommt viel­fach die Demi­ne­ra­li­sie­rung des Füll­was­sers zur Anwendung.

Wenn Alu­mi­ni­um-Werk­stof­fe vor­han­den sind, soll­te der pH-Wert 8,5 nicht über­schrit­ten wer­den. Wenn kei­ne Alu­mi­ni­um-Werk­stof­fe vor­han­den sind, soll­te der pH-Wert zwi­schen 8,2 und 10 liegen.

Gewähr­leis­tung der Garan­tie­zeit des Heizungssystems

Die meis­ten Her­stel­ler ver­knüp­fen ihre Gewähr­leis­tung für die Kom­po­nen­ten an die Ein­hal­tung der Wasserqualität.

Ana­ly­sen

Bei Arbei­ten an der Hei­zungs­an­la­ge, die mit Was­ser­ver­lust oder eine Ver­än­de­rung des Was­ser­in­hal­tes nach sich zie­hen, ist inner­halb von 4–6 Wochen eine Über­prü­fung des Hei­zungs­was­sers durch den Betrei­ber durch­füh­ren zu las­sen. Der Über­prü­fer hat die Ver­pflich­tung dem Betrei­ber oder dem Auf­trag­ge­ber inner­halb von 4 Wochen mit­zu­tei­len, ob das vor­han­de­ne Hei­zungs­was­ser kor­ro­siv ist oder mikro­bio­lo­gi­sches Wachs­tum auf­weist. Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chung sind im Anla­gen­buch zu dokumentieren.

Schweiz (SWKI BT 102–01)
Hei­zungs­was­ser nach SWKI BT 102–01, Richt­li­nie des Schwei­ze­ri­schen Ver­eins für Gebäu­de­tech­nik Ingenieure
Seit dem 1. April 2012 bestehen in der Schweiz neue Vor­schrif­ten für die Füll­was­ser­qua­li­tät aller Warm­was­ser­hei­zun­gen. Nur bei Ein­hal­ten die­ser Richt­wer­te über­nimmt der Lie­fe­rant die Garan­tie. Zudem gewähr­leis­tet dies einen lang­fris­tig hohen Wirkungsgrad.

Ver­ant­wor­tung

Ver­ant­wort­lich für die Füll­was­ser­qua­li­tät ist der Unter­neh­mer (gemäss SIA 384/1 und SWKI Richt­li­nie BT 102–01). Durch die Abnah­me der Hei­zung geht die Ver­ant­wor­tung an den Eigen­tü­mer über. Der Hei­zungs­fach­mann ist in der Pflicht die­se Anfor­de­rung einzuhalten.

Wer­te

Das Hei­zungs­was­ser in der Hei­zung soll weni­ger als 5°f Här­te und einen Leit­wert unter 200 μS/cm auf­wei­sen. Jeg­li­ches Nach­füll­was­ser muss unter 1°f Här­te und 100 μS/cm sein. Das Hei­zungs­was­ser in jedem Fall demi­ne­ra­li­siert wer­den. Der gefor­der­te pH-Wert liegt zwi­schen 8.2 und 10.0 und wird erst 2 – 3 Mona­te nach der Fül­lung mit Frisch­was­ser erreicht.

Gewähr­leis­tung der Garan­tie­zeit des Heizungssystems

Die meis­ten Her­stel­ler ver­knüp­fen ihre Gewähr­leis­tung für die Kom­po­nen­ten an die Ein­hal­tung der Wasserqualität.

Ana­ly­sen

Das Füll­was­ser muss vor der Befül­lung des Sys­tems ana­ly­siert wer­den (Art. 5, SWKI BT 102–01)

Ers­te Kon­trol­le des pH-Wer­tes nach 2 Mona­ten, spä­tes­tens bei der jähr­li­chen War­tung. (Art. 4.2.2 c, SWKI BT 102–01)

Die Was­ser­ana­ly­se ist zu pro­to­kol­lie­ren. (Art. 5 SWKI BT 102–01)

Deutsch­land (VDI 2035, Blatt 1 — Neu­erschei­nung 03.2021)

Deutsch­land (VDI 2035 Blatt 1 Neu­erschei­nung 03.2021):

Hei­zungs­was­ser nach VDI 2035 Blatt 1, (Richt­li­nie des Ver­eins Deut­scher Ingenieure)

Die­se neue Richt­li­nie fasst Blatt 1 und Blatt 2 aus der Vor­gän­ger­ver­si­on zusam­men. Sie gilt für Warm­was­ser-Hei­zungs­an­la­gen nach DIN EN 12828 inner­halb eines Gebäu­des, wenn die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur bestim­mungs­ge­mäss 100 °C nicht über­schrei­tet und beschränkt sich auf Schä­den durch Stein­bil­dung und was­ser­sei­ti­ge Kor­ro­si­on, sowie Emp­feh­lun­gen zu deren Ver­mei­dung. Ein wesent­li­cher Focus wird hier­bei auf die Sauer­stoff­kor­ro­si­on, des­sen Ursa­che und Ver­mei­dung gelegt.

Wer­te:
Die VDI 2035 Blatt 1 unter­schei­det zwi­schen salz­ar­mer ( > 10 bis ≤ 100 µs/cm) und salz­hal­ti­ger (> 100 bis ≤ 1500 µs/cm) Betriebs­wei­se. Da die Kor­ro­si­ons­wahr­schein­lich­keit in der Regel mit sin­ken­der elek­tri­scher Leit­fä­hig­keit des Heiz­was­sers abnimmt, wird die salz­ar­me Betriebs­wei­se in der Pra­xis oft bevor­zugt. Der salz­ar­me Betrieb setzt eine Demi­ne­ra­li­sie­rung des Füll- und Ergän­zungs­was­sers (in der Regel <10 µS/cm) vor­aus. Im Betrieb erlaubt die Norm eine Leit­fä­hig­keit bis 100 µS/cm, einen Sauer­stoff­ge­halt von <0.1 mg/l und ver­langt einen pH-Wert von 8.2 – 10.0 im Hei­zungs­was­ser.
Die Zuga­be von Che­mi­ka­li­en soll laut VDI 2035, auf Aus­nah­men beschränkt sein.
Gewähr­leis­tung für Anla­gen­kom­po­nen­ten:
Die meis­ten Her­stel­ler ver­knüp­fen ihre Gewähr­leis­tung für Kom­po­nen­ten an die Vor­ga­ben der Wasserqualität.

Ana­ly­sen:
Vor der Fül­lung der Anla­ge ist die Was­ser­här­te des Trink­was­sers zu ermit­teln und je nach Ent­schei­dung ent­spre­chend der Tabel­le 1 zu ver­fah­ren. Eine ers­te Kon­trol­le des Hei­zungs­was­sers umfasst ledig­lich die Mes­sung der elek­tri­schen Leit­fä­hig­keit, der Gesamt­här­te und des Aus­se­hens.  Frü­hes­tens erst­ma­lig 10 Wochen nach der Inbe­trieb­nah­me, spä­tes­tens jedoch im Rah­men der jähr­li­chen War­tung, ist es sinn­voll, neben den oben genann­ten Para­me­tern auch den pH-Wert zu über­prü­fen und zu doku­men­tie­ren. Ein zu nied­ri­ger pH-Wert des Füll- und Ergän­zungs­was­sers ist zunächst nicht reprä­sen­ta­tiv, da er infol­ge der Eigen­al­ka­li­sie­rung noch ansteigt. pH-Wer­te zwi­schen 7,5 bis 8,2 sind tole­rier­bar, sofern eine Was­ser­pro­be auch nach fünf­mi­nü­ti­ger, offe­ner Stand­zeit noch klar und sedi­ment­frei bleibt. In die­sem Fall sind bis zum nächs­ten War­tungs­in­ter­vall kei­ne wei­te­ren Mass­nah­men zu tref­fen.
Das Anla­gen­buch ist in jedem Fal­le bei jeder War­tung, Ände­rung oder Ergän­zung nachzuführen.

Ver­ant­wor­tung:
Bereits durch die Pla­nung muss sicher­ge­stellt wer­den, dass die Richt­wer­te im Heiz­was­ser ein­ge­hal­ten wer­den. Die Inbe­trieb­nah­me Para­me­ter sind in einem Anla­ge­buch fest­zu­hal­ten, wel­ches vom Instal­la­teur oder Pla­ner an den Betrei­ber zu über­ge­ben ist. Für die Füh­rung des Anla­gen­buchs ist ab die­sem Zeit­punkt der Betrei­ber, bzw. der mit der War­tung und Betreu­ung beauf­trag­te Fach­be­trieb ver­ant­wort­lich. Das Anla­gen­buch ist ein wesent­li­cher Bestand­teil der Anla­ge und dient der Anla­gen­über­wa­chung hin­sicht­lich was­ser­sei­ti­ger Kor­ro­si­on und der Stein­bil­dung. Dar­in sind Art der Was­ser­be­hand­lungs­mass­nah­men und Ergän­zungs­men­gen zu erfassen.

ITALIEN (UNI 8065)

In Ita­li­en gel­ten die UNI 8065 im Bereich Heizungswasser. 

Wir emp­feh­len den Hei­zungs­in­stal­la­teu­ren und Unter­neh­mern vor der Über­ga­be der Hei­zungs­an­la­ge eine Prü­fung des Umlaufwassers.

© 2020 ELYSATOR Engi­nee­ring AG
All Rights Reserved

Impressum/Datenschutz