Tech­ni­sches Was­ser nach Norm

Nor­men

Tech­ni­sches Was­ser muss in sei­nen che­mi­schen und phy­si­ka­li­schen Eigen­schaf­ten tech­ni­schen Nor­men von Her­stel­lern, Inge­nieu­ren und Fach­ver­bän­den ent­spre­chen.

Nor­men

  • erhö­hen die Ver­füg­bar­keit von Bau­tei­len
  • sen­ken Pro­duk­ti­ons­kos­ten
  • stei­gern die Ener­gie­ef­fi­zi­enz
  • erlau­ben Garan­tie­an­spruch und Ver­brau­cher­schutz.
Schweiz (SWKI BT 102–01)
Hei­zungs­was­ser nach SWKI BT 102–01, Richt­li­nie des Schwei­ze­ri­schen Ver­eins für Gebäu­de­tech­nik Inge­nieu­re
Seit dem 1. April 2012 bestehen in der Schweiz neue Vor­schrif­ten für die Füll­was­ser­qua­li­tät aller Warm­was­ser­hei­zun­gen. Nur bei Ein­hal­ten die­ser Richt­wer­te über­nimmt der Lie­fe­rant die Garan­tie. Zudem gewähr­leis­tet dies einen lang­fris­tig hohen Wir­kungs­grad.

Ver­ant­wor­tung

Ver­ant­wort­lich für die Füll­was­ser­qua­li­tät ist der Unter­neh­mer (gemäss SIA 384/1 und SWKI Richt­li­nie BT 102–01). Durch die Abnah­me der Hei­zung geht die Ver­ant­wor­tung an den Eigen­tü­mer über. Der Hei­zungs­fach­mann ist in der Pflicht die­se Anfor­de­rung ein­zu­hal­ten.

Wer­te

Das Hei­zungs­was­ser in der Hei­zung soll weni­ger als 5°f Här­te und einen Leit­wert unter 200 μS/cm auf­wei­sen. Jeg­li­ches Nach­füll­was­ser muss unter 1°f Här­te und 100 μS/cm sein. Das Hei­zungs­was­ser in jedem Fall demi­ne­ra­li­siert wer­den. Der gefor­der­te pH-Wert liegt zwi­schen 8.2 und 10.0 und wird erst 2 – 3 Mona­te nach der Fül­lung mit Frisch­was­ser erreicht.

Gewähr­leis­tung der Garan­tie­zeit des Hei­zungs­sys­tems

Die meis­ten Her­stel­ler ver­knüp­fen ihre Gewähr­leis­tung für die Kom­po­nen­ten an die Ein­hal­tung der Was­ser­qua­li­tät.

Ana­ly­sen

Das Füll­was­ser muss vor der Befül­lung des Sys­tems ana­ly­siert wer­den (Art. 5, SWKI BT 102–01)

Ers­te Kon­trol­le des pH-Wer­tes nach 2 Mona­ten, spä­tes­tens bei der jähr­li­chen War­tung. (Art. 4.2.2 c, SWKI BT 102–01)

Die Was­ser­ana­ly­se ist zu pro­to­kol­lie­ren. (Art. 5 SWKI BT 102–01)

Deutsch­land (VDI 2035, Bl. 1 & 2)
Hei­zungs­was­ser nach VDI 2035, Bl. 1 und Bl 2, Richt­li­nie des Ver­eins Deut­scher Inge­nieu­re

Die Richt­li­nie VDI 2035 Blatt 2 gilt für Warm­was­ser-Hei­zungs­an­la­gen nach EN 12828 und gibt Hin­wei­se zur Min­de­rung der hei­zungs­was­ser­sei­ti­gen Kor­ro­si­ons­wahr­schein­lich­keit. Blatt 1 hin­ge­gen beschränkt sich auf die Schä­den durch Stein­bil­dung.

Ver­ant­wor­tung

Durch die Pla­nung muss sicher­ge­stellt wer­den, dass die Richt­wer­te im Heiz­was­ser ein­ge­hal­ten wer­den. Die Inbe­trieb­nahme­pa­ra­me­ter sind in einem Anla­ge­buch fest­zu­hal­ten, wel­ches vom Instal­la­teur oder Pla­ner an den Betrei­ber zu über­ge­ben ist. Für die Füh­rung des Anla­gen­buchs ist ab die­sem Zeit­punkt der Betrei­ber ver­ant­wort­lich.

Wer­te

Die VDI 2035 Bl. 2 unter­schei­det eine salz­ar­me und eine salz­hal­ti­ge Betriebs­wei­se. Da die Kor­ro­si­ons­wahr­schein­lich­keit in der Regel mit sin­ken­der elek­tri­scher Leit­fä­hig­keit des Heiz­was­sers abnimmt, wird die salz­ar­me Betriebs­wei­se in der Pra­xis oft bevor­zugt. Der salz­ar­me Betrieb setzt eine Demi­ne­ra­li­sie­rung des Was­sers auf < 100 μS/cm vor­aus, erlaubt einen Sauer­stoff­ge­halt von 0.1 mg/l im Hei­zungs­was­ser und ver­langt einen pH-Wert von 8.2 – 10.0.

Die Zuga­be von Che­mi­ka­li­en soll laut VDI 2035, Bl. 2, auf Aus­nah­men beschränkt sein.

Gewähr­leis­tung der Garan­tie­zeit des Hei­zungs­sys­tems

Die meis­ten Her­stel­ler ver­knüp­fen ihre Gewähr­leis­tung für die Kom­po­nen­ten an die Ein­hal­tung der Was­ser­qua­li­tät.

Ana­ly­sen

Bei der Pla­nung der Anla­ge ist die Was­ser­här­te zu ermit­teln (VDI 2035, Bl. 1)

Eine ers­te Kon­trol­le des Hei­zungs­was­sers ist 8 – 12 Wochen nach der Inbe­trieb­nah­me, spä­tes­tens jedoch im Rah­men der nächs­ten jähr­li­chen War­tung emp­foh­len (VDI 2035, Bl. 2)

Das Anla­gen­buch ist nach­zu­füh­ren.

ÖSTERREICH (ÖNORM H 5195–1)
Hei­zungs­was­ser nach ÖNORM H 5195–1 des Aus­tri­an Stan­dards Insti­tu­te.
Die­se ÖNORM legt Anfor­de­run­gen an die Pla­nung, die Errich­tung und den Betrieb zur Ver­hü­tung von Kor­ro­si­ons­schä­den, Stein­bil­dung und Abla­ge­run­gen in geschlos­se­nen Warm­was­ser-Hei­zungs­an­la­gen mit Betriebs­tem­pe­ra­tu­ren bis 100 °C fest.

Sie ist pri­mär für neu zu errich­ten­de Anla­gen anzu­wen­den

Ver­ant­wor­tung

Das Was­ser muss durch den Instal­la­teur vor dem Fül­len der Anla­ge auf sei­ne Eig­nung hin ana­ly­siert wer­den.

Der Betrei­ber einer Hei­zungs­an­la­ge bis 5000 Liter Was­ser­in­halt hat das Hei­zungs­was­ser alle zwei Jah­re, über 5000 Liter Was­ser­in­halt min­des­tens ein­mal jähr­lich über­prü­fen zu las­sen.

Wer­te

Die ÖNORM H 5195–1 setzt den Grenz­wert für die Här­te des Füll­was­sers in Abhän­gig­keit von Was­ser­in­halt und Art des Wär­me­er­zeu­gers der Hei­zungs­an­la­ge. Da auch für die Chlo­ri­de ein maxi­ma­ler Grenz­wert von < 30 mg/l gilt, kommt viel­fach die Demi­ne­ra­li­sie­rung des Füll­was­sers zur Anwen­dung.

Wenn Alu­mi­ni­um-Werk­stof­fe vor­han­den sind, soll­te der pH-Wert 8,5 nicht über­schrit­ten wer­den. Wenn kei­ne Alu­mi­ni­um-Werk­stof­fe vor­han­den sind, soll­te der pH-Wert zwi­schen 8,2 und 10 lie­gen.

Gewähr­leis­tung der Garan­tie­zeit des Hei­zungs­sys­tems

Die meis­ten Her­stel­ler ver­knüp­fen ihre Gewähr­leis­tung für die Kom­po­nen­ten an die Ein­hal­tung der Was­ser­qua­li­tät.

Ana­ly­sen

Bei Arbei­ten an der Hei­zungs­an­la­ge, die mit Was­ser­ver­lust oder eine Ver­än­de­rung des Was­ser­in­hal­tes nach sich zie­hen, ist inner­halb von 4–6 Wochen eine Über­prü­fung des Hei­zungs­was­sers durch den Betrei­ber durch­füh­ren zu las­sen. Der Über­prü­fer hat die Ver­pflich­tung dem Betrei­ber oder dem Auf­trag­ge­ber inner­halb von 4 Wochen mit­zu­tei­len, ob das vor­han­de­ne Hei­zungs­was­ser kor­ro­siv ist oder mikro­bio­lo­gi­sches Wachs­tum auf­weist. Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chung sind im Anla­gen­buch zu doku­men­tie­ren.

ITALIEN (UNI 8065)

In Ita­li­en gel­ten die UNI 8065 im Bereich Hei­zungs­was­ser. 

Wir emp­feh­len den Hei­zungs­in­stal­la­teu­ren und Unter­neh­mern vor der Über­ga­be der Hei­zungs­an­la­ge eine Prü­fung des Umlauf­was­sers.

ELYSATOR Engi­nee­ring AG
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8865 Bil­ten
Switz­er­land

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